21. Mai 2012, von Anne

Erste Vorbereitungen

Liebe Leserinnen und Leser!

 

Die Rotmatt ist fast schneefrei – der Neuschnee der letzten Woche hatte gegen den Föhn keine Chance – und wir sind mit den ersten Vorbereitungen gestartet.

 

Der Winter hat an Hütte und Ställen glücklicherweise keine größeren Schäden angerichtet, nur etliche Dachziegel auf dem Hüttendach sind kaputt gegangen. Ich war am Samstag im Keller mit Käseschmieren beschäftigt, die Fenster geöffnet um den kalten Keller auf Betriebstemperatur zu bringen und hörte es draußen immer wieder klirren. Später sah ich den überraschend großen Stapel kaputter Ziegel, den Sebastian gegen neue ausgetauscht hatte.

 

Stellen Sie sich meine Überraschung vor,

Der alte Herd

als ich im letzten Jahr auf der Alp meine Arbeit begann und das Essen auf einem Herd kochen sollte, der zwei große Löcher in der Platte und Holzfeuerung hatte. Darauf sollte man kochen können? Einen solchen Herd hätte ich eher im Museum vermutet als in einem Haushalt des 21. Jahrhunderts. Aber eine Alp ist eben kein Haushalt im Tal. Ich lernte das Feuer zu beherrschen, mit Pfannen zu jonglieren und auf zwei Flammen mehr als nur Nudeln mit Tomatensoße zuzubereiten.

 

Nun bekomme ich einen richtigen Herd! Noch immer mit Holzfeuerung, aber mit geschlossener Platte und vor allem Backofen! (Ob man ohne genaue Hitzesteuerung und Temperaturanzeige backen kann?)

Markus bricht den alten Herd ab

Markus hat den alten Herd mit Hammer, Meißel und Trennschleifer zerlegt. Der neue steht schon parat und ist noch mit einer Heizschlange für die Warmwasserbereitung ergänzt worden. Bisher haben wir das Heißwasser über den Kessiherd bereitet, der aber ziemlich viel Holz braucht, was wiederum eine Menge Arbeit macht. Nun hoffen wir den Holzverbrauch senken zu können und trotzdem genug Heißwasser im Boiler zu haben. Im Moment gibt es noch gar kein Heißwasser, so dass der dringend notwendige Hausputz noch warten muss.

 

Ansonsten sind Zäune zu erstellen, die Wiesen aufzuräumen und der Stall vorzubereiten und Vieles mehr. Etwas auf das ich mich sehr freue, will ich heute in Angriff nehmen. Im Winter habe ich Stoffe gekauft, um daraus neue Vorhänge für die Stuben zu nähen. Der Stoff ist gewaschen, nun noch abmessen, zuschneiden und nähen.

 

Am Ende der Woche werden wir wieder ein Stück von der Arbeit geschafft haben, die zu tun ist. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt und wir auch draußen voran kommen. Ich werde berichten.

 

Eine gute Woche wünscht Ihnen herzlich

 

Anne Weber

Kategorien: Blog Hintere Rotmatt | 8 Kommentare

Kommentare (8)

  1. Wunderbar zu sehen, dass sich was tut!

    Bleibt es bei den Plänen, ab nächste Woche aufzutreiben?

    Liebe Grüße aus Berlin!!

  2. Hallo Lew,

    herzlichen Dank für Deine Berliner Grüsse, die ich heute hocherfreut entdeckt habe. Die Überraschung ist Dir gelungen! Noch ist unklar, ob wir nächste Woche mit dem Vieh auffahren – ich hoffe das natürlich sehr, scharre ich doch schon seit Wochen mit den Hufen… ich will endlich wieder Käse machen und das Leben in der Höhe genießen. Montag ist Feiertag – keine Auffahrt, Dienstag ist Schlachtviehauktion in Rothenturm und wir haben eine Kuh dort angemeldet – keine Auffahrt, vielleicht Mittwoch!? Ich halte Dich auf dem Laufenden.
    Herzlich grüsst Dich
    Anne

  3. Salü Anne
    Ich grüsse dich als NachNachNachbarälplerin (wenn man das Liplis auslässt). Es freut mich riesig, dass du heuer beim Blog mitmachst. Seit Markus vor eineinhalb Jahren an einer Chäsmärcht-Schlusssitzung dazu aufgerufen hat, die Alpgeschichten anzusehen und eventuell mitzumachen, verfolge ich die Geschichten mehr oder weniger. Dieses Jahr wird es gewiss “mehr” sein; und ich werde deine Berichte mit Spannung lesen.
    Irgendwann werden wir uns sicher persönlich begegnen. Bis dahin grüsst dich halbwegs unbekannterweise
    Käthy Gwerder

  4. Eine super Sache! Ich freue mich ab soviel Engagement und Weltoffenheit. Macht weiter so, ich werde mich wieder auf der Homepage informieren und sicher mal vor Ort in der Rotmatt melden, da gäbe es auch noch dies und das zum Forschen …

    Waler Imhof

  5. Liebe Anne,
    ich denke viel an Dich und verfolge die Alpgeschichten, es ist und bleibt spannend! Seid Ihr jetzt oben angekommen, ist endlich der Schnee weg und das Leben nach festgesetzten Zeiten hat begonnen? Ich denke, dass bei aller Anstrengung, diese stete Wiederkehr der Aufgaben auch viel Erfüllendes und Beruhigendes hat! Und natürlich steht das “Produkt” der käse im Mittelpunkt, worum sich alles dreht und schon ist man wieder bei den eigentlichen Protagonisten, diesen herrlichen Kühen, ohne die es kein Käse gäbe. Und wenn man erst einmal diesen Käse gegessen hat, ist man auf immer “verdorben”, die Industrie hat einen Kunden weniger- mich auf jeden Fall!
    Alles Liebe und Gute für Dich und Deine Lieben auf dem Berg! deine Jane

  6. Salü Käthy

    Herzlichen Dank für Deinen Gruss und Dein Interesse an meinen Alpgeschichten. Ich freue mich sehr darüber. Mit Eurem Alptagebuch auf Eurer Homepage http://www.alpkaeserei-wasserberg.ch kann ich zwar nicht mithalten, aber im Laufe des Sommers gibt es sicherlich einiges zu berichten. Ich wünsche Dir und Deiner Familie einen guten Alpsommer. Wir sehen uns spätestens bei der Alpkäseprämierung!

    Bis dahin grüsst Dich herzlich

    Anne Weber

  7. Grüäzi Walter Imhof

    Vielen Dank für Ihren netten Gruss und die spannenden Geschichten im Alpchäsmärcht-Prospekt und anderswo. Gerne heißen Markus und ich Sie auf der Rotmatt willkommen.

    Ä guäte Ziit wünscht Ihnen

    Anne Weber

  8. Liebe Jane,

    ganz herzlichen Dank für Deine Grüsse und Dein großes Lob auf unseren Käse. Seit drei Tagen mache ich wieder welchen!!! Und freue mich täglich aufs Neue darüber. Am Mittwoch sind wir aufgefahren – vor lauter Arbeit habe ich noch gar keine Geschichte darüber schreiben können. Doch das Gröbste ist geschafft und nächste Woche folgt ein ausführlicher Bericht über den Start in die neue Alpsaison.

    Herzlich grüsst Dich
    Anne